Harmonie
Dichtung und Mathematik
Omar Chayyām ein persischer Mathematiker und Dichteter aus dem 11. Jahrhunder und Novalis der Dichter über Zahlen und Figuren aus dem 18.Jahrhundert. Mathematik, die zwei Menschen verbindet.Omar Chayyām
Weh dem, der ohne Leidenschaft geboren,Der nie der Liebe Zauber sich erkoren,
Der Tag, der ohne Liebe dir vergeht,
Ist ein für allemal für dich verloren.
Die volle Weisheit ließ so manchen Krug schon bersten,
Zwei simple Regeln nur, merke dir gut fürs erste:
Sei lieber hungrig, als zu essen, ohne Wahl
Und lieber sei allein, als mit dem ersten besten.
Ein Tropfen fiel, im Meer er schwamm.
Ein Stäubchen auf der Erde zu liegen kam.
Welch einen Sinn hat dein Kommen und Gehen in der Welt?
Eine Fliege kam und wieder Abschied nahm.
Ein Tropfen fiel, im Meer er schwamm.
Ein Stäubchen auf der Erde zu liegen kam.
Welch einen Sinn hat dein Kommen und Gehen in der Welt?
Eine Fliege kam und wieder Abschied nahm.
Zu Asche wird, wonach der Mensch sich sehnt,
Und selbst wenn es gedeiht, währt es nicht lang,
Wie Schnee im heißen Sand der Wüste
Muss es nach kurzer Zeit vergehn.
Du willst in deinem kurzen Leben das große Rätsel lösen, Freund?
Beeil dich, denn ein dünnes Haar Trennt Trug und Wahrheit, kaum zu sehen.
Dann streute ich die Saat der Weisheit aus und pflegte sie mit eigenen Händen doch dies ist alles, was mir blieb als Ernte: Ich kam als Wasser und verhauch als Wind.
Einst war ich jung und ich verkehrte
bei Weisen und Doktoren, lauschte viel
doch jedes Mal ging ich zur Tür hinaus,
durch die ich eingetreten war.
Komm mit dem alten Khayyam, lass die WeisenPlappern - eins ist gewiss: das Leben flieht.
Das ist gewiss und alles sonst ist Lüge.
Was gestern blühte ist für immer weg.
Wertlos ist Liebe ohne Herzensblut,
Wie Feuer im Verglimmen: ohne Glut,
Wer liebt, irrt friedlos, hungernd, Nacht und Tag,
Und findet keine Stätte, wo er ruht.
Mit Weltschmerz deine Seele plage nicht!
Um das, was einmal hin ist, klage nicht!
An Wein und süßen Lippen erfrische dein Herz,
Und in den Wind dein Leben schlage nicht!
Dann streute ich die Saat der Weisheit aus
und pflegte sie mit eigenen Händen
doch dies ist alles, was mir blieb als Ernte:
Ich kam als Wasser und verhauch als Wind.
Ich kam zur Welt, weiß nicht woher
Muss wie das Wasser fließen
Und sie als Wind verlassen,
weiß nicht wohin - ich wehe mit.
Du willst in deinem kurzen Lebendas große Rätsel lösen, Freund?
Beeil dich, denn ein dünnes Haar
Trennt Trug und Wahrheit, kaum zu sehen.
Viel köstlicher als aller Ruhm der Erde
Ist’s, einen Trunk aus vollem Glas zu tun;
Viel köstlicher und Gott gefälliger
Als frommes Plappern ist der Hauch des Glückes,
Der leis vom Munde der Verliebten weht.
O Herz, da die Welt nichts als Schatten und Schein
Warum quälst Du Dich ab in unendlicher Pein?
Mit ruhigem Sinn geh‘ dem Schicksal entgegen
Und glaub nicht, es ändere sich Deinetwegen!
Der Schöpfung Zweck und Streben ist die Liebe.
Die Kraft im Saft der Reben ist die Liebe.
Sie ist der Reim im Lied der Jugendzeit.
Merkt auf mein Wort:
das Leben ist die Liebe…
Novalis
Wenn nicht mehr Zahlen und FigurenSind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die so singen, oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen.
Wenn sich die Welt ins freie Leben
Und in die Welt wird zurückbegeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten.
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.




