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Bericht zum Besuch der Eröffnungsveranstaltung “Jahr der Mathematik” in Berlin
13.02.2008
Durch eine Drehtür gelangte man am 23. Januar 2008 nicht nur in die Räumlichkeiten der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG, sondern auch in eine andere Welt – die Welt der Mathematik. Bei der Auftaktveranstaltung des Wissenschaftsjahres 2008 waren sich alle einig: Mathematik ist schön, sie ist spannend, faszinierend und vor allem, Mathematik ist überall. Unter diesem Motto stand schließlich auch der kurze Film, mit dem der offizielle Teil des Abends im Lichthof der Hauptstadtrepräsentanz eröffnet wurde. Den Gästen wurde darin verdeutlicht, dass Mathematik im Alltag allgegenwärtig ist, um nur einige Beispiele zu nennen: kein MP3-Player ohne Mathematik, Mathematik regiert die Finanzwelt und Mathematik treibt sogar den Sport voran. Ein weiterer Film holte das Publikum jedoch schnell in die Realität zurück. Bei einer Befragung in der Fußgängerzone sprachen viele Menschen von Mathematik als einer trockenen, unverständlichen und komplizierten Wissenschaft. Sie erinnerten sich an negative Erlebnisse im Mathematikunterricht.
In ihrer anschließenden Begrüßungsrede betonte die Bundesministerin für Bildung und Forschung Dr. Annette Schavan, dass es gilt diese Paradoxie aufzubrechen. Im Jahr der Mathematik macht sich das ganze Land auf, der Öffentlichkeit den grundlegenden Charakter sowie die Faszination dieser Wissenschaft nahe zu bringen und Hemmungen abzubauen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen dabei besonders Kinder und Jugendliche. Frau Dr. Schavan hob hervor, dass man sich zum Ziel gesetzt habe, gerade auch jene Schülerinnen und Schüler für Mathematik zu begeistern, die bisher Schwierigkeiten in diesem Fach hatten. Der nächste Programmpunkt der Auftaktveranstaltung war ein Gespräch mit Prof. Dr. Gerold Wefer (Lenkungsausschussvorsitzender, Wissenschaft im Dialog), Dr. Klaus Kinkel (Vorsitzender, Deutsche Telekom Stiftung) und Prof. Günter M. Ziegler (Präsident, Deutsche Mathematiker-Vereinigung) zum Thema „Mathematik heute“. Dr. Klaus Kinkel erläuterte, dass für ihn persönlich die Erkenntnis der fundamentalen Wichtigkeit der Mathematik für den Standort Deutschland sowie für jeden Einzelnen, als Schlüsselerlebnis gilt. Die Deutsche Telekom Stiftung ist nun einer der Ausrichter des Jahres der Mathematik.
Anschließend an dieses Gespräch hielt Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen (Universität Bremen, Florida Atlantic University) einen lebendigen Festvortrag mit dem Titel „Mathematik fürs Leben“. Zunächst wurde dabei die Wichtigkeit der Veränderung bzw. Verbesserung der Grundschullehramtsausbildung für das Fach Mathematik betont. Denn in der Grundschule kann der Grundstein gelegt werden für Begeisterung an der Mathematik. Prof. Peitgen stellte Methoden vor, die einen ganz anderen, einen faszinierenden und motivierenden Zugang zu diesem Fach ermöglichen. Er zeigte allen Anwesenden, dass weder eine Vorlesung für angehende Mathematiklehrer, noch eine Mathematikstunde in der Schule trocken und langweilig sein muss. In einem zweiten Teil seines Vortrags stellte Prof. Peitgen den großen Nutzen der Mathematik für die Medizin dar. Er erläuterte sehr anschaulich, wie die Entfernung von Krebszellen in der Leber durch mathematische Erkenntnisse optimiert werden kann.
Zum Schluss waren schließlich nochmal die Gäste aufgefordert, ihr mathematisches Wissen in einem kleinen Saalquiz mit Ted-Abfrage unter Beweis zu stellen.
Nach diesem kurzweiligen Programm ließen die Gäste den Abend bei Getränken und gutem Essen in einem Festsaal ausklingen. Hier wurden angeregte Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und Ideen gesammelt. Als man an diesem Abend schließlich den Heimweg durch die regnerische Berliner Nacht antrat, war man überzeugt: „Mathematik – Alles was zählt in diesem Wissenschaftsjahr 2008“.




